Das Sonnen-
observatorium in Goseck

Wofür wurde das Bauwerk noch genutzt?

Das Sonnenobservatorium Goseck wurde von Archäolog*innen vor knapp 20 Jahren ausgegraben und rekonstruiert. Das heißt, dass wir uns aufgrund von wissenschaftlichen Ergebnissen überlegt haben, wie es wohl ausgesehen hat. Genauso haben wir es wieder aufgebaut – genauso groß, wie es damals war, mit einem Durchmesser von 75 m!

Das Sonnenobservatorium von Goseck aufgenommen von Norden. © LDA, Foto: J. Lipták.
© Saale-Unstrut-Torismus e. V., Foto: T. Biel, S. Zausch.

Das Sonnenobservatorium wird von den Wissenschaftler*innen auch „Kreisgrabenanlage“ genannt: Es ist ein rundes Bauwerk, das außen einen Graben und innen zwei Ringe aus Holzstämmen hat, die man Palisaden nennt. An drei Stellen ist der Graben zusammen mit den Palisaden unterbrochen – man kann dort also ins Innere der Anlage gehen.

Sobald man das macht, merkt man, dass sich etwas verändert. Es fühlt sich an, als wäre man in einer Kirche oder einer großen Halle. Das liegt daran, dass alle Geräusche, die innerhalb der Anlage sind, von den Palisaden zurückgeworfen werden – es „hallt“. Man kann sich in die Mitte der Anlage stellen und andere Leute, die ungefähr 25 m entfernt an der Palisade stehen, können einen immer noch hören.

Das wichtigste ist aber, dass am kürzesten Tag des Jahres, am 21. Dezember, die Sonne genau in den Toren auf- und untergeht. Den kürzesten Tag und den längsten Tag im Jahr nennt man Sonnenwenden, und die Menschen feierten an der Wintersonnenwende im Dezember, dass es nun wieder mehr Licht gibt und der Frühling bald kommt.

Das alles fand vor fast 7.000 Jahren in der Steinzeit statt. Die Menschen lebten als Bauern in kleinen Dörfern und es war für Sie wichtig, dass sie ungefähr wussten, in welcher Jahreszeit sie sich befinden. Denn es konnte ja sein, dass es einen ganz warmen Winter ohne Schnee gab. Dann hätte man meinen können, es sei Frühling und man müsste das Getreide aussäen. Wenn nun heftiger Frost käme, wäre das für die Bauern sehr schlimm. Deshalb haben sie die Sonne beobachtet. Je nachdem, wo sie auf- und unterging, konnte man ablesen, welche Jahreszeit gerade war.

Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende. Foto: A. Northe.

Die Forscher*innen glauben aber, dass so eine große, runde Anlage noch für ganz andere Dinge genutzt werden kann – man muss ja nicht immer die Sonne beobachten.

War sie auch ein Treffpunkt für die umliegenden Dörfer? Gab es dort einen Markt? Was hat man dort angeboten? Habt Ihr eine Idee?

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Mehr zur Kreisgrabenanlage von Goseck erfahrt ihr auch beim tiefer graben in „Dig deeper“ und in der Posterausstellung.

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