Die weite Welt im Herzen Europas

Die weite Welt im Herzen Europas

Nicht nur Menschen reisen – auch Gegenstände, Wissen und Ideen gelangen in benachbarte und ferne Regionen. Dies gilt für unsere globalisierte Welt wie auch für die Bronzezeit. Abgesehen von Rohstoffen wie Kupfer und Zinn für die Bronzeherstellung tauschte man auch fertige Gegenstände aus, darunter wertvolle Prunkstücke aus besonderen Materialien wie Gold oder Bernstein.

Das auf der Himmelsscheibe abgebildete Wissen wurde möglicherweise aus dem Mittelmeerraum nach Mitteldeutschland gebracht. Wir nehmen an, dass dazu zwei Reisen nötig gewesen wären. Von der ersten Reise sind es die astronomischen Kenntnisse, die aus Mesopotamien mitgebracht wurden. Auf der zweiten, späteren Reise wurde dann die Idee der Sonnenbarke aus Ägypten aufgegriffen.

Die erste Reise

Die erste Reise

Irgendwo bei Dieskau
15. April 1.759 v. Chr.

Eine Reise in die Ferne wird schon seit Menschengedenken von jedem Prinzen erwartet. Den Zurückkehrenden erwartet großes Ansehen durch neu erworbenes Wissen und die mitgebrachten exotischen Gegenstände.
Das Ziel soll der Süden sein, wo jenseits der hohen Berge angeblich ein großes Meer existieren soll. Der Prinz sammelt Begleiter für die lange und gefährliche Reise.

© LDA, Bild: Max Flügel.

Italien
Anfang Juni 1.759 v. Chr.

Mehrere Wochen später erblickt die Gruppe das Land südlich der Berge. Den Flussläufen folgend wandern sie weitere vier Wochen, bis sie das Meer erreichen. Dort treffen sie ein fremdartiges Schiff an, das sie entlang der Küste weiter Richtung Süden bringt. In den zahlreichen unterwegs angelaufenen
Häfen erfährt die Gruppe von großen Wundern und entschließt sich, weiter in den Osten zu fahren, zu Ländern voller goldener Paläste.

© LDA, Bild: Max Flügel.

Kreta
18. Juli 1.759 v. Chr.

Ein Handelsschiff bringt die Gruppe schließlich zur Insel Kreta. Dort wird sie ehrenvoll empfangen und nach Knossos gebracht. Die eindrucksvollen Bauten, die farbenfrohe Kleidung und der kostbare Schmuck der Menschen wirken überwältigend.

© LDA, Bild: Max Flügel.

Byblos
2. September 1.759 v. Chr.

Schließlich verschlägt es die Gruppe in die Hafenmetropole Byblos. Der Stadtfürst, erfreut über die mitgebrachten Gastgeschenke, empfängt sie und zeigt die Pracht seines Palastes. Doch größte Weisheit soll es weiter östlich geben, also bittet die Gruppe um Unterstützung für eine Weiterreise.

© LDA, Bild: Max Flügel.

Babylon
3. Dezember 1.759 v. Chr.

Nach Durchquerung der Wüste erreicht die Gruppe die größte Metropole Mesopotamiens. Beeindruckt vom mitgebrachten Bernstein erlaubt der König den Reisenden, viele Monate zu bleiben und mit seinen Hofastronomen zu sprechen. Nachts beobachtet man gemeinsam den Nachthimmel und der Prinz erfährt viel über die Bewegung der Sterne und des Mondes und wie mit diesem Wissen das Jahr gegliedert werden kann.

© LDA, Bild: Max Flügel.
Die zweite Reise

Die zweite Reise

Irgendwo bei Dieskau
4. April 1.641 v. Chr.

Noch lange erzählte man sich die Geschichte von der Reise des Vorfahren zu den Wundern des Südens. Dort erfuhr er die Geheimnisse des Himmels und legte sein Wissen in der noch heute hoch verehrten Himmelsscheibe dar. Erneut bricht ein Prinz mit seinen Gefährten gen Süden auf, begleitet von Neugier und Abenteuerlust.

© LDA, Bild: Max Flügel.

Am Fuß der Alpen
Ende Mai 1.641 v. Chr.

Schließlich erreicht die Gruppe eine Seeufersiedlung am Fuß der Berge. Sie lässt sich zur Rast nieder, um sich für die Überquerung der Berge vorzubereiten. Abends sitzt man mit den Würdenträgern der Gegend beisammen und tauscht Geschichten und Geschenke aus.

© LDA, Bild: Max Flügel.

Mykene
2. Juli 1.641 v. Chr.

An Griechenlands Küste angekommen, verlässt die Gruppe ihr Schiff und reist weiter nach Mykene. Sein Fürst ist für Reichtum und Kriegstüchtigkeit bekannt. Der Prinz schenkt ihm eine kostbare Bernsteinkette und sie dürfen viele Tage seine Gäste sein. Ein Schiff bringt sie über Kreta schließlich auf die andere Seite des großen Meeres.

© LDA, Bild: Max Flügel.

Ägypten
17. August 1.641 v. Chr.

Nach Tagen auf See gelangen die Reisenden nach Ägypten. Auf ihrem Weg ins Landesinnere können sie kaum fassen, was sie sehen. Die Bauten, die Götter und Feste übertreffen alle ihre Vorstellungen. Sie beobachten sogar den Pharao bei der Durchführung eines Rituals. Im Gespräch mit einem Priester erfahren sie von der Reise des Sonnengottes Re in einer Barke über das Firmament.

© LDA, Bild: Max Flügel.

Diese Bilder und Texte entstanden für die Ausstellung "Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte" (4. Juni 2021 bis 9. Januar 2022 im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale)).
Die unkolorierten Bilder der Reisen könnt ihr hier herunterladen. Darüber hinaus halten wir noch weitere spannende Ausmalbögen bereit.